Eigentlich gehört dies fast nicht in die Kategorie "Kino", leider hatte dieser Film nie einen Kinostart in .de: "The Brave" von und mit Johnny Depp. Ein Johnny Depp Film den ich nicht kannte. Aber da er 1998 auf Video rauskam, zu einer Zeit wo ich im Kino gewohnt habe, da wundert mich nichts.
Und da der Film 12 Jahre alt ist, gibts auch kaum Gefahr, etwas zu spoilern.
Johnny Depp (der auch Regie führt) spielt einen Indianer, der mit seiner Frau, Sohn und Tochter auf einer Mülldeponie haust.
Er meldet sich auf einen "Job" hin: ein reicher Weißer sucht Menschen, die sich gegen 50.000 Dollar vor seinen Augen zu Tode foltern lassen.
Die "Jobsuche" beginnt wie eine Szene aus Alice im Wunderland. "Bin ich hier richtig für den Job" "Kommt drauf an welcher Job" genauso wie "Wohin soll ich gehen" fragte Alice. "Das kommt darauf an wohin Du willst" sagte die Katze. (frei aus dem Gedächtnis, beides).
Lange Treppenaufgänge, lange Gänge, merkwürdige Graffittis begleiten den Anfang des Films und schaffen surreale Athmosphäre. Auf der Toilette seiner Bar ist ein "Find" an die Wand gemalt.
Raphael ("Gott heilt") besichtigt die Szenerie und geht den Pakt mit dem Auftraggeber (dem Teufel...?) ein. Er betritt einen Raum, in dem sich auf einem Altar mit Kerzen der Stuhl befindet, auf dem er zu Tode gefoltert werden soll.
Das Leben auf der Mülldeponie ist trost- und ausweglos. Ein Bewohner läßt seinen Sohn im Hamsterrad laufen um (nach Öl) zu bohren.
Raphael erhält einen Vorschuß. Er feiert ein rauschendes Fest und schläft ein letztes mal mit seiner Frau.
Er bittet den Pater in der Beichte darum, daß er dafür sorgen möge, daß seine Familie das restliche Geld auch erhält und dem Abriß der Siedlung entfliehen kann.
Aber er bereut nicht und DIE KIRCHE verweigert die Hilfe, da sie in dem Vorhaben einen Selbstmord, also eine Todsünde sieht, nicht das Opfer, daß er für seine Familie bringt.
Nach Übergriffen seines Bruders (?) auf seine Frau initiiert er seinen Sohn, auf die Familie zu achten.
Sein Vater weist ihm den Weg in die Geisterwelt nach einem (rituellem) Bad im Mondlicht.
Der Pater hilft seiner Familie doch und entsagt (teilweise) der Kirche indem er seinen Priesterkragen abnimmt, während bereits die Abrißfahrzeuge anrücken.
Raphael aber ergibt sich seinem Schicksal und erscheint pünktlich nach einer Woche zu seiner Folterung und seinem Tod.
Liebe Leser: Dies ist ein Ausnahmeartikel. Aber dieser Film hat mich beeindruckt, in mehrerlei Hinsicht. Daß er keinen Kinostart bekommen hat, spricht wieder mal Bände. Aber wem sag ich das.
Mein Dank geht übrigens an den Indianer (!) der mich auf den Film aufmerksam gemacht hat.